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Zukunftsmanifest der Stadt Ulm
Jede Gesellschaft braucht Zusammenhalt, gerade in einer Zeit, in der sich die Bindekraft der Institutionen und Organisationen lockert und Individualisierung zunimmt. Ohne Spielregeln, ohne Tradition, ohne einen bestimmten Konsens über Verhaltensnormen kann kein Gemeinwesen bestehen. Deshalb brauchen wir die motivierende Kraft einer gemeinsamen Vorstellung von einer künftigen Stadtgesellschaft, die der Vergangenheit Bedeutung zuschreibt, die Gegenwart erklärt und für die Zukunft Orientierung liefert. Es geht auch darum, wie in einer Gesellschaft die durch ein hohes Maß an Wohlstand und Freiheit charakterisiert ist, Solidarität, Gemeinsinn und Selbstverantwortung erhalten und gestärkt werden können und ein neues Gleichgewicht zwischen Individuum und Gemeinschaft gefunden werden kann.
Die Idee eines Zukunftsmanifestes entstand in der „Ideenwerkstatt Ulm 2000“, einem mehrjährigen bürgerschaftlichen Dialog über die Zukunftsfähigkeit und Zukunft unserer Stadt. Viele Bürgerinnen und Bürger sowie Ulmer Institutionen, Organisationen, Vereine und Gruppierungen haben sich seit 1995 daran beteiligt.
Aus den Beiträgen der Ideenwerkstatt und den wesentlichen Ergebnissen des Kongresses „Stadt der Zukunft - Zukunft der Stadt“ im Jahr 1997 wurde ein Entwurf für ein Manifest erarbeitet und an alle Haushalte verteilt, um die Diskussion auf eine möglichst breite öffentliche Basis zu stellen.
Nachdem Änderungen und Ergänzungen diskutiert und eingearbeitet wurden, hat die Ideenwerkstatt das Manifest im Juni 1999 verabschiedet. Ich danke allen Beteiligten sehr herzlich für ihr großes Engagement, besonders Professor Sauberzweig, der maßgeblich zum Gelingen dieses Vorhabens beigetragen hat.
Das nun vorliegende Zukunftsmanifest enthält Grundsätze, wie das Zusammenleben in unserer Stadt künftig aussehen soll und was unsere Stadtgesellschaft zusammenhält. Es ist kein Programm und muss sich deshalb, soweit es den Charakter einer öffentlichen Erklärung bewahren soll, auf Kernaussagen beschränken.
Dieses Manifest richtet sich an alle: an die Bürgerschaft, an die Politik und an die Verwaltung. Mit der „Ideenwerkstatt Ulm 2000“ haben wir einen interessanten Zukunftsdialog begonnen. Mit dem vorliegenden Zukunftsmanifest ist eine gute Grundlage geschaffen, sich mit der Zukunft unserer Stadt auch weiterhin zu befassen. Zukunft geht uns alle an - alle sind gefragt.

