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Ulm: Internationale Stadt
"..nicht nur durch die Donau ist Ulm eine internationale Stadt. ... Menschen aus 140 Herkunftsländern leben in unserer Stadt und sehen Ulm als ihre neue Heimat an. Alle Menschen, gleichgültig woher sie kommen und welchen Glauben sie haben, sie sind in Ulm willkommen. Die jeweilige andere Kultur und Lebensweise kennenlernen zu wollen,
zu respektieren und zu achten, das macht eine gute internationale Stadt aus."
(Oberbürgermeister Ivo Gönner in seiner Schwörrede 2011)
zu respektieren und zu achten, das macht eine gute internationale Stadt aus."
(Oberbürgermeister Ivo Gönner in seiner Schwörrede 2011)
Am 27.01.2012 hat der Ulmer Gemeinderat gemeinsam mit dem Internationalen Ausschuss das Konzept "Ulm: Internationale Stadt" einstimmig beschlossen. Das Konzept "Ulm: Internationale Stadt" entwickelt in 10 Handlungsfeldern und 72 Handlungsempfehlungen - davon neun Schlüsselprojekten - Vorschläge für den Umgang mit Internationalität und Interkulturalität in unserer Stadt. Die Empfehlungen sollen in den nächsten zwei bis fünf Jahren umgesetzt werden.
Beginnend mit einer Klausur des Internationalen Ausschusses wurden von März bis Oktober 2011 in vier Fachforen, vier Gesprächskreisen, dutzenden Einzelgesprächen und zahlreichen Umfragen Informationen und Anregungen gesammelt und diskutiert. Der Beteiligungsprozess ist im Konzept ausführlich dokumentiert.
Bewusst haben wir davon abgesehen, ein reines "Integrationskonzept" zu entwerfen. Der Begriff der "Integration" ist in der öffentlichen Diskussion inzwischen vielfach negativ belegt mit einem Schwerpunkt auf Problemen und Defiziten von Zugewanderten. Er versperrt damit den Blick auf die vielen Ressourcen, die Menschen unterschiedlicher Herkunft mitbringen und die unsere Gesellschaft bereichern. Die "Internationalität" in den Mittelpunkt zu stellen, erlaubt uns eine neue Sichtweise auf die Thematik. Es soll aber nicht nur ein Begriff gegen den anderen ausgetauscht werden. In einer globalisierten Welt, in einer Stadt mit zahlreichen internationalen Kontakten in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur ist Internationalität längst Alltag geworden. Damit strahlt sie aus auf andere Bereiche wie die interkulturelle Ausrichtung von Angeboten und Dienstleistungen, die Bildung, die Arbeitswelt, den Pflegebereich u.v.m., aber auch das persönliche Miteinander der Menschen aller Kulturen.
Im Konzept "Ulm: Internationale Stadt" geht es um einen Perspektivwechsel: Dabei ist es unser Ansatz zu fragen, wie die Stadtgesellschaft mit der Internationalität und Interkulturalität ihrer Bewohnerschaft umgeht und welche Maßnahmen erforderlich sind, um ihr gerecht zu werden.Wissenschaftliche Studien der letzten Jahre haben vermehrt den Blick weg von der nationalen Herkunft Zugewanderter hin zu den sozialen Milieus gelenkt, denen sich die Menschen bei einer soziologischen Betrachtung zuordnen lassen. Die Milieus Zugewanderter weisen viele Parallelen auf zu den Milieus der Einheimischen. Was ist milieuspezifisch ? Was ist migrationsspezifisch ? - Wir werden diese gedankliche Trennung künftig verstärkt in den Blick nehmen müssen.
In einer vielfältigen Gesellschaft identifizieren sich Menschen über ebenso vielfältige Anknüpfungspunkte, auch kulturell. Entscheidend ist, dass dies die Identifikation mit Ulm als Heimat nicht berührt. Viele Menschen bringen hier bewußt ihre internationalen Wurzeln ein, wenn es darum geht, gemeinsam unsere Ulmer Gesellschaft mitzugestalten.
Eine breit angelegte Willkommenskultur, eine Politik der ausgestreckten Hand schafft positive Rahmenbedingungen für Zugewanderte, die vielfältigen Angebote zu nutzen. Nur mit gemeinsamen Anstrengungen von allen Seiten läßt sich der Umgang mit Internationaliät als eine der großen Zukunftsaufgaben meistern.
Der Ulmer Gemeinderat hat am 27.01.2012 folgendes Leitbild beschlossen:
Internationalität ist eine Bereicherung für unsere Stadt. Wir fördern das Zusammenwachsen von Menschen unterschiedlicher Herkunft zu einer Gesellschaft in Vielfalt. Dies ist für uns ein wechselseitiger Prozess.
Unsere Stadt ist Heimat für alle. Wir dulden keine Diskriminierung oder Gewalt gegen Menschen jeglicher kultureller Herkunft.
Wir begegnen uns in gegenseitiger Offenheit und mit Respekt vor der jeweiligen anderen Kultur, Religion und Lebensform. Wir sind dem Grundgesetz und der Rechtsstaatlichkeit verpflichtet. Für uns ist die deutsche Sprache die Grundlage für Kommunikation, Verständigung und die erfolgreiche Beteiligung am Bildungssystem. Mehrsprachigkeit betrachten wir als Gewinn für unsere Stadt.

